Feuerwehrleine

Aus Feuerwehr Ausbildungswiki
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Die Feuerwehrleine ist ein Ausrüstungsgegenstand der erweiterten persönlichen Schutzausrüstung. Feuerwehrleinen werden in der Regel in einem Feuerwehrmehrzweckbeutel mitgeführt.

Verwendungszweck

Feuerwehrleinen dienen zur

  • Selbstrettung
  • Eigensicherung
  • Menschenrettung
  • Sicherung von Geräten
  • Sicherung des Rückwegs

Kennzeichnung

Die Feuerwehrleinen sind für ihre verschiedenen Anforderungen farblich kennzeichnet. Weiße Leinen dienen der Sicherung in absturzgefährdeten Bereichen, rote Leinen wie z.B. die Ventilleine zur Entleerung der Saugleitung bei einer Wasserentnahme aus offenem Gewässer.

Überprüfung und Wartung

Es müssen regelmäßig alle Feuerwehrleinen auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Eine Feuerwehrleine darf maximal 20 Jahre nach der Herstellung noch im Feuerwehrdienst eingesetzt werden. Viele Feuerwehren setzen die alten Feuerwehrleinen danach als Arbeitsleinen ein, hierfür wird die Leine rot eingefärbt. Neben den regelmäßigen Überprüfungen muss eine in einem Einsatz genutzte Feuerwehrleine nach diesem Einsatz vor erneuter Benutzung einer Sichtprüfung unterzogen worden sein. Außerdem muss eine in Deutschland eingesetzte Feuerwehrleine einmal im Jahr von speziell dafür ausgebildeten Personen eingehend überprüft werden.

Anforderungen

Eine Feuerwehrleine muss laut DIN 14920 eine Länge von 30m und einen Durchmesser von 10mm haben. Sie muss aus spiralgeflochtenen Polyesterfasern bestehen, weiß sein und eine Reißkraft von 14 kN (umgerechnet 1,4t) besitzen. Am Ende einer Feuerwehrleine ist meist ein Karabinerhaken oder Holzknebel befestigt. Ausgesonderte Leinen werden meist als Mehrzweckleine (oder auch Arbeitsleine genannt) weiter verwendet. Dafür muss die Leine rot markiert werden. Als Mehrzweckleine darf die Leine nicht mehr als Sicherungsleine für Personen genutzt werden. Typisch für solche Mehrzweckleinen ist die Benutzung als Sicherungsleine einer Saugleitung.

Einsatz in absturzgefährdeten Bereichen

Eine Feuerwehrleine dient nicht als Absturzsicherung. Sie kann Stürze nicht dynamisch auffangen und kann nur als Halteleine verwendet werden, wenn sie gespannt ist. Dementsprechend ist der Begriff “Fangleine” veraltet für eine Feuerwehrleine. Eine Leine zum Auffangen von Personen ist z.B. ein dynamisches Kernmantelseil, welches sich mit weiterem Zubehör in einem Absturzsicherungsset finden lässt.

Prüfung

Feuerwehrleinen werden nach DGUV Grundsatz 305-002 geprüft. [1]

Mehrzweckleine

Werden Feuerwehrleinen ausgemustert, können sie als Mehrzweckleine zur Durchführung anderer Aufgaben im Feuerwehrdienst verwendet werden.

Beispiele für Verwendungen sind z.B.:

  • Betätigen des Rückschlagorgans im Saugkorb
  • Sichern der Saugleitung
  • Absperren
  • sonstiger Gebrauch

Sämtliche Mehrzweckleinen dürfen weder zum Halten oder Ableinen noch zum Hochziehen schwebender Gegenstände verwendet werden. Alle Mehrzweckleinen, die eigens für diesen Zweck produziert werden, müssen vollständig rot sein. Ausgemusterte Feuerwehrleinen müssen an beiden Enden auf mindestens 1m Länge dauerhaft rot gekennzeichnet werden. Die Mehrzweckleine muss einen Durchmesser von mindestens 10mm und eine Länge von mindestens 20m haben. Die Mehrzweckleine muss mindestens eine Höchstzugkraft von 7 kN haben.

Einzelnachweise

  1. DGUV: Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Geräte der Feuerwehr In: DGUV Grundsatz 305-002, September 2013, S. 14